- 24. März 2022

Viele Berufseinsteiger*innen machen sich Sorgen, wie ihr Berufseinstieg während der Corona-Pandemie gelingen soll. Wir zeigen, wie man trotz Covid nach der Schule oder nach dem Studium ins Berufsleben starten kann. 

Inhaltsverzeichnis:

  1. Für den Berufseinstieg: Sichtbar machen auf LinkedIn und Xing
  2. Ins Berufsleben starten – freie Ausbildungsplätze trotz Corona
  3. Praktikum: Übernahmechancen nach dem Schnuppern
  4. Trainees auch während der Pandemie gesucht
  5. Freiwilliges Soziales oder Ökologisches Jahr während Corona
  6. Nebenjob oder Werkstudent*innen-Job: Auch zu Pandemie-Zeiten möglich
  7. Weiterbildungsmaßnahmen als Berufseinstieg

Für den Berufseinstieg: Sichtbar machen auf LinkedIn und Xing

Damit Firmen und Headhunter überhaupt wissen, dass Sie für das Berufsleben bereit sind, ist Sichtbarkeit unentbehrlich. Legen Sie sich bei LinkedIn und Xing ein Profil an und geben Sie alles an, was Sie bisher gemacht haben, was Ihre Stärken sind und für welche Art von Berufseinstieg Sie sich interessieren. Und keine Sorge – auch wenn Sie noch keine Abschlüsse oder Praktika vorweisen können – viele Unternehmen suchen trotzdem genau Sie. Ein Auslandsaufenthalt, Ihre Sprachkenntnisse, Ihre Studienfachkombination oder Ihr ehrenamtliches Engagement zeigen Personaler*innen, wer Sie sind und ob Sie eventuell in das Unternehmen passen.

Ein großer Vorteil von LinkedIn und Xing ist, dass hier auf Sie zugegangen werden kann, ohne dass Sie vorher Bewerbung um Bewerbung versenden müssen. Darüber hinaus eignen sich LinkedIn und Xing auch für den Austausch unter Kolleg*innen oder Studienfreund*innen.

Welche Fähigkeiten sind eigentlich in der Berufswelt von morgen wichtig? Lesen Sie hier mehr dazu. 

Ins Berufsleben starten – freie Ausbildungsplätze trotz Corona

Wer nach der Schule oder dem Studium eine Ausbildung beginnen möchte, kann das trotz Corona tun. Es gibt nach wie vor zu wenig Bewerber*innen für Ausbildungsplätze. Branchen und Betriebe, die während der Corona-Pandemie herunterfahren mussten, geben ihren Azubis die Möglichkeit, in andere Betriebe zu schnuppern und holen Lernstoff nach. Folgende Branchen sind aber von der Pandemie nicht stark betroffen und suchen Auszubildende: 

  • Online-Marketing 
  • Webdesign
  • Handwerkliche Berufe
  • Berufe in der Pflege 
  • Berufe in der Chemie und Biologie
Die Pflegekraft ist einer der wichtigsten Berufe von morgen. Lesen Sie hier dazu mehr. 

Praktikum: Übernahmechancen nach dem Schnuppern

Ein Praktikum ist ein toller Start in das Berufsleben. Sie können Praxiserfahrungen sammeln und den Alltag im jeweiligen Betrieb kennenlernen. Zudem können Sie schauen, ob dieses Berufsfeld für eine Ausbildung oder eine Junior-Position interessant ist. Wer schnell erkennt, dass die Branche oder der Beruf nicht geeignet ist, kann weitere Praktika in anderen Branchen und Unternehmen absolvieren. Das tolle ist: Man darf so viele Praktika machen, wie man möchte. 

Häufig bekommen Praktikant*innen im Anschluss des Praktikums ein Jobangebot, da sie das Unternehmen und die Arbeitsabläufe bereits kennen. 

Trainees auch während der Pandemie gesucht

Ein Traineeprogramm wird häufig von Hochschulabsolvent*innen angenommen, die neu ins Berufsleben starten. Ein Traineeprogramm hat, anders als eine duale Ausbildung, keine festen Regularien und variiert daher in Dauer und Inhalt von Unternehmen zu Unternehmen. Oft dauern Traineeprogramme aber zwischen einem und zwei Jahre. Als Trainee lernen Sie das Unternehmen von Grund auf kennen und werden in unterschiedlichen Abteilungen eingesetzt. Nach dem Traineeship ist eine Anstellung auf Junior-Level üblich. Trainees werden auch während der Pandemie gesucht, da sie die Mitarbeiter*innen von morgen sind. Zudem ist die Ausbildung der Trainees für Unternehmen auch nicht ganz uneigennützig – Trainees erhalten eine relativ geringe Vergütung, trotz Arbeitskraft in Vollzeit. Dennoch lohnen sich Traineeprogramme meist, da man die eigenen Kompetenzen erweitern kann und sie einen guten und relativ einfachen Einstieg in das Berufsleben bieten.

Erfahren Sie hier, welche Berufe und Branchen auch noch morgen gefragt sind und eine starke Zukunft haben.

Freiwilliges Soziales oder Ökologisches Jahr während Corona

Das Freiwillige Soziale Jahr – kurz FSJ – ist ein praktisches Bildungs- und Orientierungsangebot. Während eines FSJ helfen Sie in einer sozialen Einrichtung. Von Altenhilfe, Kindergarten über Krankenhaus, Kultur und Technik. Die möglichen Einsatzbereiche sind vielfältig. Ein FSJ kann i.d.R. zwischen sechs und 18 Monaten dauern – je nachdem für welchen Zeitraum Sie sich entscheiden. Damit Sie allerdings eine FSJ-Bescheinigung bekommen, muss es mindestens ein halbes Jahr andauern.

Ein FSJ wird in Deutschland für Jugendliche und junge Erwachsene angeboten, die die Vollzeitschulpflicht bereits erfüllt haben und noch nicht das 27. Lebensjahr vollendet haben. Für alle, die älter als 27 sind, gibt es den Bundesfreiwilligendienst. Mehr Informationen zum FSJ finden Sie z.B. hier: 

Das Freiwillige Ökologische Jahr ist dem Sozialen Jahr sehr ähnlich. Sie unterscheiden sich lediglich in den praxisbezogenen Lerninhalten. Das Freiwillige Ökologische Jahr – FÖJ – ist ein Freiwilligendienst im Natur- und Umweltschutz. Entsprechend absolviert man es bei Naturschutzorganisationen, Tierrettungsstationen, bei der Stadtreinigung, in der Landwirtschaft o. Ä. Für das FÖJ muss man ebenfalls zwischen 16 und 27 Jahre alt sein. Die Dauer beträgt üblicherweise ein Jahr – kann aber auch auf sechs bis 24 Monate ausgelegt werden. Mehr Informationen zum FÖJ finden Sie hier: 

Ein FSJ oder FÖJ kann die entscheidenden Einblicke in eine Arbeit geben, die Sie danach gerne ausüben möchten. Mit einem FSJ oder FÖJ schaffen Sie einen ersten Einstieg ins Berufsleben und lernen den Rhythmus eines Arbeitsalltags kennen. 

Lesen Sie hier einen Erfahrungsbericht vom Traumberuf Pflege. 

Nebenjob oder Werkstudent*innen-Job: Auch zu Pandemie-Zeiten möglich

Wer nach der Schule oder dem Studium ins Berufsleben starten möchte, kann dies auch mit einem Nebenjob oder einer Stelle als Werkstudent*in tun. Diese beiden Varianten haben den Vorteil, dass sie keine Vollzeitstellen sein dürfen. Somit bleibt Ihnen nebenbei viel Zeit, um sich um einen festen Ausbildungsplatz oder Job zu bewerben. Ein Nebenjob oder Werkstudentenjob kann auch eine tolle Einstiegsmöglichkeit in das Unternehmen Ihrer Wahl darstellen. Nicht selten werden Werkstudent*innen nach dem Abschluss fest angestellt, weil sie bereits Arbeitserfahrung mitbringen und das Team und die Abläufe kennen. Nebenjobs und Werkstudentenstellen sind auch in der Corona-Zeit eine gute Wahl. Besonders das Online-Geschäft boomt und sucht händeringend nach Unterstützung. 

Was ist eigentlich ein Coaching und wie kann ich es in Anspruch nehmen? Erfahren Sie hier alles über Coaching. 

Weiterbildungsmaßnahmen als Berufseinstieg

Sollten alle Stricke reißen und sich weder Praktikum, Ausbildung, Nebenjob o.Ä. finden lassen, kann man sich an die Agentur für Arbeit wenden. Zunächst werden in einem Beratungsgespräch alle möglichen weiteren Optionen und Interessen besprochen. Ein Gespräch mit einer*m Berufsberater*in über die Agentur für Arbeit kann auch vorgeschlagen werden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, mit Weiterbildungsmaßnahmen oder Qualifizierungsmaßnahmen auf bereits erlangtes Wissen oder Interessen aufzubauen. Wer z.B. gerne in der Buchhaltung eines Unternehmens arbeiten möchte, kann unter bestimmten Voraussetzungen einen Rechnungswesen-Kurs belegen. Mehr Informationen kann Ihnen Ihre zuständige Agentur für Arbeit bieten. Oder besuchen Sie: www.arbeitsagentur.de/karriere-und-weiterbildung

Erfahren Sie hier, was ein Bildungsgutschein ist und wer Anspruch hat. 

Text: Angela Galliard
© Weiterbildung Hamburg e. V.


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