Wie wird man eigentlich Bio-Landwirt*in?

So gut wie alle Menschen in Deutschland sind auf Lebensmittel aus Supermärkten und von Wochenmärkten angewiesen. Damit unsere Versorgung gesichert werden kann, braucht es auch in Zukunft Menschen, die sich dieser Aufgaben annehmen und für uns alle Getreide, Gemüse, Früchte und tierische Erzeugnisse produzieren. Mit Blick auf die aktuellen Klimafragen und die Folgen von Massentierhaltung liegt die Zukunft der Lebensmittelproduktion in der biologischen Landwirtschaft, bzw. Öko-Landwirtschaft. Wie man Bio-Landwirt*in werden kann und warum dies einer der wichtigsten Berufe von morgen ist, zeigen wir in diesem Artikel auf.

Inhalt

  1. Was macht ein*e Bio-Landwirt*in? 
  2. Ökolandwirt*in werden mit einer Ausbildung 
  3. Ökolandwirtschaft studieren 
    1. Traineeprogramm im Ökolandbau
  4. Umstellungsseminare für konventionelle Landwirt*innen
  5. Warum ist Bio-Landwirt*in einer der wichtigsten Berufe von morgen?

Was macht ein*e Bio-Landwirt*in?

Eine Bio-Landwirtin bzw. ein Biolandwirt erzeugt Nahrungsmittel und andere landwirtschaftliche Erzeugnisse, die sie oder er weiterverkauft, damit wir diese später in Supermärkten und auf Wochenmärkten erwerben können. Anders als bei der sogenannten konventionellen Landwirtschaft werden in der ökologischen Landwirtschaft Produktionsmethoden eingesetzt, die eine umweltschonendere Produktion sowie artgerechtere Tierhaltung ermöglichen. Das beinhaltet z.B. die rechtliche Verpflichtung, im Ackerbau keine synthetisch hergestellten Pflanzenschutzmittel, Mineraldünger und Grüne Gentechnik zu verwenden.

Ökolandwirt*in werden mit einer Ausbildung

Wie andere Ausbildungen in Deutschland auch, ist die Ausbildung zum Landwirt bzw. zur Landwirtin auch in einen Praxisteil im Betrieb und in einen Theorieteil in der Berufsschule aufgeteilt und dauert drei Jahre. Um sich auf die Ökolandwirtschaft zu spezialisieren, kann man sich gezielt bei einem Bio-Landwirtschaftsbetrieb bewerben, der für die Ausbildung von Auszubildenden zugelassen ist. Die Berufsschule besuchen die Lehrlinge der konventionellen Landwirtschaft und die Lehrlinge der Öko-Landwirtschaft gemeinsam.
Wer auf der Suche nach einer Ausbildungsstätte in der Bio-Landwirtschaft ist, kann sich hier informieren.

Ökolandwirtschaft studieren

Das Studienangebot zum Thema Bio-Landwirtschaft wird immer weiter ausgebaut. Aktuell wird Ökolandbau oder Ökolandwirtschaft in vielen agrarwissenschaftlichen Studiengängen als Modul oder Wahlfach angeboten.

Spezielle Studiengänge für Ökolandbau gibt es aber auch. An der Universität Kassel-Witzenhausen gibt es beispielsweisen den Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften. Hier kann man folgende Abschlüsse erwerben: Bachelor Ökologische Landwirtschaft, Master Ökologische Landwirtschaft, Duales Studium Landwirtschaft (Ausbildung zum Landwirt und parallel Bachelor), Master Sustainable International Agriculture, Master International Food Business and Consumer Studies, Master Sustainable Food Systems.

Darüber hinaus bieten die Universität Hohenheim, die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde und die Technische Hochschule Bingen Studiengänge zum Themenbereich Bio-Landwirtschaft. Mehr Infos finden Sie hier.

Bild: Kaboompics / Pexels

Traineeprogramm im Ökolandbau

Wer z.B. frisch aus dem Studium Agrarwissenschaften oder auch Öko-Landwirtschaft kommt und einen Bezug zur Praxis sucht, kann sich für ein Traineeprogramm im Ökolandbau bewerben. Das Traineeprogramm “Ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft” ist Teil des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) und wird durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) finanziert. Das Traineeprogramm dauert 12 Monate und bietet einen tollen Start in die Berufswelt. Nähere Infos zum Programm finden Sie hier.

Umstellungsseminare für konventionelle Landwirt*innen

Wenn Sie bereits in der Landwirtschaft tätig sind und mehr über die ökologische Landwirtschaft erfahren möchten oder sogar vorhaben, komplett auf eine Bio-Landwirtschaft zu wechseln, bieten sich sogenannte Umstellungsseminare an. Dort erfahren konventionelle Landwirt*innen alles, was sie zur Umstellung auf eine ökologische Landwirtschaft beachten sollten. Umstellungsseminare, die von Bund oder Ländern gefördert werden, sind meist kostenlos – hier erfahren Sie mehr über das kostenlose Umstellungsseminar vom Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN).

Alternativ dazu gibt es in manchen Bundesländern auch Tandem-Partnerschaften, bei denen ein Bio-Landwirt den lernenden (noch) konventionellen Landwirt “unter seine Fittiche nimmt” und aufzeigt, wie die Umstellung gut gelingen kann.

Warum ist Bio-Landwirt*in einer der wichtigsten Berufe von morgen?

Der Beruf der Bio-Landwirtin bzw. des Bio-Landwirtes hat eine enorme Wichtigkeit für und in der Zukunft. Je mehr Menschen es gibt, desto mehr müssen auch mit guten und gesunden Lebensmitteln versorgt werden – zu tun wird es in Zukunft also mehr als genug geben. Die Spezialisierung auf eine nachhaltige und umweltverträgliche Form der Landwirtschaft wird zudem immer wichtiger. Denn schon heute müssen wir uns den Konsequenzen der bisherigen konventionellen Landwirtschaft stellen und beobachten u.a. Nährstoffmangel in Böden, zu hohe Pestizidbelastungen in Böden und auf Lebensmitteln und das Artensterben der Insekten.

Darüber hinaus tragen die Massentierhaltung und die Fleischproduktion aufgrund des sehr hohen Wasserverbrauches und anderer Faktoren nachweisbar zur Erderwärmung bei. Es wird also eine herausfordernde, aber spannende Aufgabe für Bio-Landwirt*innen, Lebensmittel so zu produzieren, dass sie für Mensch, Tier und Umwelt gesund sind.

 Lesen Sie hier mehr zum Thema “Die wichtigsten Berufe von morgen”.

Autorin: Angela Galliard
© Weiterbildung Hamburg e. V.

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