Neben den zahlreichen Kursmöglichkeiten gibt es in Hamburg und Bund vielfältige Finanzierungsmöglichkeiten für Ihre Weiterbildung. Im Folgenden haben wir Ihnen einen Überblick erstellt.

Wenn Sie eine Weiterbildung machen möchten und diese notwendig ist, um Arbeitslosigkeit zu beenden oder zu verhindern oder einen nicht vorhandenen Berufsabschluss zu erwerben, können Sie Förderung über einen Bildungsgutschein (BGS) von der zuständigen Agentur für Arbeit bzw. dem Jobcenter erhalten. Dafür ist eine Beratung in der jeweiligen Stelle notwendig. Außerdem müssen der Anbieter des Kurses und die Maßnahme selbst nach AZAV zugelassen sein. I.d.R. werden neben den eigentlichen Lehrgangskosten auch weitere mit der Weiterbildung zusammenhängende Kosten übernommen, z.B. Fahrtkosten zur Kursstätte. Weitere Informationen finden Sie bei der Bundesagentur für Arbeit. Die für Sie zuständige Dienststelle können Sie hier suchen.

Wenn Sie arbeitslos oder arbeitssuchend sind, ist es gegebenenfalls möglich, von Ihrer zuständigen Agentur für Arbeit bzw. dem Jobcenter einen AVGS zu erhalten. Damit können Sie je nach Absprache bzw. Festlegung im AVGS entweder an einem Coaching bzw. einer Qualifizierung teilnehmen oder eine private Arbeitsvermittlung in Anspruch nehmen. Weitere Informationen finden Sie bei der Bundesagentur für Arbeit. Die für Sie zuständige Dienststelle können Sie hier suchen.

Mit dem Hamburger Weiterbildungsbonus PLUS werden Weiterbildungsmaßnahmen für unterschiedliche Zielgruppen gefördert und Informationen zur individuell passenden Qualifizierung bereitgestellt. Der flexible Zuschuss zur Weiterbildung wird schnell und unbürokratisch bewilligt, sofern der*die Arbeitgeber*in bestätigt, dass die Maßnahme für das berufliche Fortkommen förderlich ist. Bei Bedarf wird auch ein individuelles Qualifizierungscoaching angeboten. Dabei werden Qualifizierungsinhalte und –ziele gemeinsam mit den Kund*innen in einem Bildungsplan zusammengestellt und deren finanzielle Förderung geklärt. Vom Hamburger Weiterbildungsbonus PLUS profitieren in Hamburg arbeitende oder lebende Beschäftigte und Selbstständige, in der Kreativwirtschaft Arbeitende, besonders gering qualifizierte und ungelernte Beschäftigte sowie Personen mit aufstockenden Leistungen nach dem SGB II.
Hier können Sie sich ein Infovideo zum Weiterbildungsbonus ansehen und hier finden Sie weitere Informationen zu Antragsverfahren und Co.

Der Bund fördert mit der Bildungsprämie berufsbezogene Weiterbildung, d.h. der Kurs, für den Sie einen Prämiengutschein beantragen möchten, muss im Zusammenhang mit Ihrer momentan ausgeübten oder geplanten zukünftigen beruflichen Tätigkeit stehen. I.d.R. übernimmt der Staat die Hälfte der Kosten, höchstens 500 €. Voraussetzung ist u.a., dass Sie mind. 15 Stunden pro Woche erwerbstätig sind oder sich in Eltern-/Pflegezeit befinden und Ihr zu versteuernden Einkommen maximal 20.000 € beträgt. Weitere Informationen und die Kontaktdaten zur Beratung finden Sie hier.

Unter Bildungsurlaub versteht man den gesetzlichen Anspruch von Arbeitnehmer*innen auf Weiterbildung während der Arbeitszeit. Sie können bei Ihrem Arbeitgeber für maximal 10 Arbeitstage innerhalb von zwei Jahren zusätzlichen bezahlten Urlaub beantragen, um eine Weiterbildung zu machen. Unter das Hamburgische Bildungsurlaubsgesetz fallen Kurse der politischen Bildung, beruflichen Weiterbildung und der Qualifikation für ein Ehrenamt. Die Angebote müssen als Bildungsurlaub anerkannt sein. Weitere Informationen sowie das Anerkennungsverzeichnis finden Sie hier.

Beim Aufstiegs-BAFöG, früher auch als Meister-BAFöG bekannt, handelt es sich um eine Förderung, die für Meister- und Fachwirtkurse sowie bestimmte Fortbildungen wie Erzieher*in, Techniker*in usw. geleistet wird. Auch Materialkosten für ein Meisterprüfungsprojekt können gefördert werden. Genauere Informationen, Voraussetzungen und Ansprechpartner*innen erhalten Sie beim Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Mit der Meisterprämie können Sie in Hamburg nach erfolgreichem Abschluss einer Meisterprüfung oder vergleichbarer Aufstiegsfortbildung rückwirkend eine Prämie in Höhe von 1.000 € erhalten. Der Antrag muss spätestens drei Monate nach der bestandenen Gesamtprüfung (Datum des Prüfungszeugnisses) gestellt werden. Weitere Hinweise sowie den Link zum Online-Antrag finden Sie bei der Handwerkskammer Hamburg

Haben Sie eine Berufsausbildung mit einem Prüfungsergebnis von besser als "gut" oder 87 Punkten abgeschlossen, können Sie sich für ein Weiterbildungsstipendium bewerben. Auch mit einer Platzierung unter den ersten drei bei einem überregionalen beruflichen Leistungswettbewerb oder mit einem begründeten Vorschlag durch den Arbeitgeber ist eine Bewerbung möglich. Durch das Stipendium erhalten Sie Zuschüsse von insgesamt 8.100 € für beliebig viele förderfähige Weiterbildungen innerhalb des Aufnahmejahres und der zwei darauffolgenden Jahre. Weitere Informationen finden Sie hier.

Sie befinden sich zurzeit in Kurzarbeit? Dann kann Ihr Arbeitgeber für eine Weiterbildungsmaßnahme, an der Sie während Ihrer Kurzarbeit teilnehmen, Kosten erstattet bekommen. Dadurch entstehen für Sie selbst i.d.R. keine Kosten. Die Höhe der Förderung richtet sich nach der Größe des Unternehmens. In Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten werden die Lehrgangskosten z.B. zu 100% gefördert. Die Maßnahmen und der Träger müssen für die Weiterbildungsförderung zugelassen sein. Weitere Informationen und Voraussetzungen finden Sie beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Die Bildungsberatung Garantiefonds Hochschule unterstützt junge Zugewanderte bei der Vorbereitung eines Hochschulstudiums in Deutschland. Geflüchtete und Spätaussiedler*innen können bei der Bildungsberatung GF-H eine Förderung  beantragen. Stipendien werden z.B. für Deutschintensivsprachkurse oder Englischintensivkurse geleistet. Alle Informationen und Voraussetzungen finden Sie hier: Bildungsberatung Garantiefonds Hochschule

Da Ihr Arbeitgeber zusätzlich profitiert, wenn Sie eine Weiterbildung absolvieren, empfehlen wir Ihnen in jedem Fall, im Unternehmen zu erfragen, ob Ihnen ein Zuschuss zu Ihren Kosten gewährt werden kann. Unternehmen können unter bestimmten Voraussetzungen auch Zuschüsse vom Staat für die Weiterbildung ihrer Beschäftigten erhalten. Informationen dazu finden Sie bei der Bundesagentur für Arbeit.

Wenn Sie eine berufliche Fortbildung oder Umschulung absolvieren, können Sie sämtliche Kosten, z.B. auch Fahrtkosten, als Werbungskosten von der Steuer absetzen. Weitere Informationen erhalten Sie z.B. beim Lohnsteuerhilfeverein.