Lehrer*in werden durch Studium oder Quereinstieg – Die wichtigsten Berufe von morgen

Hat der Lehrberuf eine Zukunft oder werden Lehrkräfte vielleicht irgendwann von Computern ersetzt? Wir glauben, dass der Beruf Lehrer*in einer der wichtigsten Berufe von morgen ist und bleibt und erklären, wie man Lehrer*in wird, auch wenn man nicht auf Lehramt studiert hat.   

Inhalt

  1. Was macht eine Lehrkraft? 
  2. Wie wird man Lehrer*in? 
    1. Lehrer*in werden durch Studium 
    2. Mit einem Quereinstieg in den Lehrberuf 
    3. Lehrer*in an Berufsschule werden
  3. Lehrer*in: Job mit Zukunft

Was macht eine Lehrkraft?

Lehrkräfte an Schulen vermitteln Kindern und Jugendlichen die Inhalte der Lehrpläne, sind Ansprechpartner*innen für Kinder sowie Eltern und organisieren den Schulalltag sowie Ausflüge und einiges mehr. Für viele Kinder sind Lehrerinnen und Lehrer zudem Vorbild, Streitschlichter*in, Vertrauensperson und Krisenmanager*in. Der Aufgabenbereich von Lehrkräften ist also nicht nur sehr vielfältig und abwechslungsreich, sondern auch sehr wichtig für die persönliche, soziale und schulische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Geht man davon aus, dass ein Kind pro Tag zwischen fünf und acht Stunden in der Schule verbringt, wird einem die Verantwortung, die Lehrkräfte innehaben, noch bewusster. Ein Großteil der Aufgaben erfordert also pädagogische und erzieherische Kompetenzen.

Beispiel eines Alltages einer Lehrperson: Frau Müller ist um 7.30 Uhr in der Schule, damit sie vor Schulbeginn Unterrichtsmaterial kopieren kann. Zwischen 8.00 und 10.00 Uhr unterrichtet sie die Fächer Deutsch und Geschichte. Danach folgt eine Stunde in einer fremden Klasse, in der sie als Vertretung agieren muss. Normalerweise würde Frau Müller die Zeit für die Korrektur von Tests nutzen. Nach der Vertretungsstunde folgt die Pausenaufsicht in der großen Pause. Bis kurz nach 14 Uhr ist dann wieder Fachunterricht in Deutsch und Geschichte angesagt. Am Nachmittag betreut Frau Müller die Theater AG der Schule und organisiert den Schulausflug zu einer Musicalvorstellung. Am Abend werden zuhause Tests korrigiert und Elterngespräche am Telefon geführt.

Eine gute Lehrperson braucht neben der fachlichen und pädagogischen Kompetenz also Organisationsfähigkeit und vor allem Freude am Arbeiten mit Kindern und Jugendlichen.

Wie wird man Lehrer*in?

Um den Beruf Lehrer*in ergreifen zu können, gibt es heutzutage viele Möglichkeiten. Gerade für Quereinsteiger und Berufsschullehrer*innen sind praktische Berufskenntnisse aus Wirtschaft, Handwerk oder Forschung wichtig.

Lehrer*in werden durch Studium

Der meistgewählte Weg, um Lehrkraft an einer Schule zu werden, ist das Hochschulstudium. Das Lehramtsstudium teilt sich an vielen Universitäten in die Fachrichtungen Grundschule, Sekundarstufe I und II, Lehramt an berufsbildenden Schulen und Lehramt für Sonderpädagogik auf. Alle Lehramtsstudiengänge schließen zunächst mit einem Bachelor und schließlich mit dem Master ab, um danach ein Referendariat an einer Schule absolvieren zu können. Hat man das Referendariat schließlich auch geschafft, ist man Lehrerin bzw. Lehrer. Die Regelausbildungszeit beträgt z.B. in Hamburg 6 Semester im Bachelor + 4 Semester im Master + 18 Monate im Referendariat.

Da jedes Bundesland die Lehramtsausbildung ein bisschen anders aufstellt, ist es wichtig, sich vor Bewerbung für das Studium über Aufnahmebedingungen, Fächerkombinationsmöglichkeiten und Praxiserfahrungen zu informieren. Seiten, die über Studiengänge, Bewerbungsfristen etc. informieren sind z.B.:

Bild: Yan Krukov / Pexels

Mit einem Quereinstieg in den Lehrberuf

Manche Menschen erkennen ihre Berufung vielleicht etwas später im Leben und möchten nach einiger Zeit in der Wirtschaft oder Forschung zum Lehrberuf wechseln. Der sogenannte Quereinstieg ist eine offizielle Bezeichnung für einen Weg zum Lehrberuf unter ganz bestimmten Voraussetzungen. Auch hier gelten für viele Bundesländer unterschiedliche Regelungen.

Die Voraussetzung für einen Quereinstieg in den meisten Bundesländern ist ein Masterabschluss in einem Mangelfach wie z.B. Mathematik oder Physik. Außerdem muss aus dem Studium ein zweites Unterrichtsfach abgeleitet werden können. Eine entsprechende Berufserfahrung ist ebenfalls Voraussetzung.

In den sogenannten Mangelfächern sind die Lehrkräfte knapp, sodass mit dem Quereinstieg ein eigener Bildungsweg eingeführt wurde. In einigen Ländern wie. z.B. Hamburg, bewirbt man sich nach Masterabschluss, Berufserfahrung und bereits gesammelter Unterrichtserfahrung aus Lehraufträgen direkt auf den Vorbereitungsdienst bzw. das Referendariat und besucht während dieser Zeit zusätzlich pädagogische Kurse. In Hamburg ist der Quereinstieg als Lehrer*in momentan an allgemeinbildenden Schulen bzw. der gymnasialen Oberstufe möglich. Das ändert sich aber stets nach Bedarfslage.

In NRW z.B. gibt es die sogenannten Seiteneinsteigerprogramme, die noch mehr Möglichkeiten zum Lehrberuf auf dem zweiten Weg bieten.

Nähere Infos zu den Themen Quereinstieg oder Seiteneinstieg gibt es auf den Internetseiten der jeweiligen Schulministerien der Bundesländer.

Neben dem typischen Quereinstieg gibt es auch immer die Möglichkeit nochmal ein Studium aufzunehmen. Vielleicht haben Sie ja schon einen Bachelorabschluss in einem potenziellen Unterrichtsfach wie Geschichte, Deutsch oder Sport. Sie könnten sich dieses Studium für das neue Lehramtsstudium anrechnen lassen und sich dann auf ein Zweitfach und die Erziehungswissenschaften konzentrieren.

Lehrer*in an Berufsschule werden

Lehrkraft an einer berufsbildenden Schule zu werden, kann für viele Menschen eine Alternative sein, um den Traumberuf Lehrer*in zu ergreifen. An berufsbildenden Schulen findet der begleitende Unterricht für alle dualen Ausbildungsberufe statt. Das sind Ausbildungen, die sich in Praxis- und Theoriephasen aufteilen. An Berufsschulen werden aber nicht nur Azubis unterrichtet – die meisten berufsbildenden Schulen bieten auch die Abschlüsse Abitur (bis zur 13. Klassen) bzw. Fachabitur (bis zur 12. Klassen) an. Die Lehrkräfte an berufsbildenden Schulen unterrichten also eine sehr breitgefächerte Schülerschaft, was für viel Abwechslung sorgt.

Der übliche Weg, um Berufschullehrer*in zu werden beinhaltet eine abgeschlossene Ausbildung und ein Studium mit Masterabschluss an der Hochschule – also ähnlich wie das “normale” Lehramtsstudium. Aber auch hier gibt es viele unterschiedliche Ausnahmen, Quereinstiegs- bzw. Seiteneinstiegsmöglichkeiten oder sogar den Direkteinstieg. Die entsprechenden Regelungen und Voraussetzungen variieren von Bundesland zu Bundesland.

In Hamburg gibt es beispielsweise die Möglichkeit eines Direkteinstiegs ohne Referendariat für z.B. die Fachrichtungen Orthopädiemechanik oder Augenoptik, da es keine entsprechenden Studienfächer gibt. Darüber hinaus ist eine mindestens fünfjährige Berufserfahrung erforderlich und es muss eine besonders dringliche Bedarfssituationen an den Schulen herrschen. Für mehr Infos zu den Regelungen in Hamburg klicken Sie hier.

Lehrer*in werden: Job mit Zukunft

Wie weiter oben schon angedeutet sind Lehrkräfte nicht nur für die Lehre da; sie unterstützen Kinder und Jugendliche bei Problemen mit anderen Schüler*innen oder auch den Eltern. Sie vermitteln neben den Inhalten der Unterrichtfächer Werte wie Empathie, Freundschaft oder Fleiß. Zudem können sie motivieren, ein offenes Ohr haben und für den Spaß am Lernen sorgen. Dass dieser Beruf also in absehbarer Zeit ersetzbar oder abdingbar ist, steht für die meisten Menschen außer Frage. Kinder und Jugendliche werden auch in Zukunft in der Schule lernen – und das am besten mit motivierten und gut ausgebildeten Lehrkräften.

Darüber hinaus hat die Corona-Pandemie gezeigt, wie wichtig die Schule und Lehrkräfte sind. Und das nicht nur für die Kinder, die auf persönlichen Kontakt und sozialen Austausch angewiesen sind. Sondern auch für Eltern sind Schule und Lehrkräfte wichtig, da diese einen großen Betreuungsanteil der Kinder übernehmen. Können die Kinder und Jugendlichen nicht unterrichtet werden, können viele Eltern nicht zur Arbeit gehen.

 Lesen Sie hier mehr zum Thema “Die wichtigsten Berufe von morgen”.

Autorin: Angela Galliard
© Weiterbildung Hamburg e. V.

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