Die wichtigsten Berufe von morgen: Die Pflegekraft

Gut ausgebildete Pflegekräfte sind in einem funktionierenden Gesundheitssystem unabdingbar. Das ist eigentlich schon lange bekannt, doch durch die aktuelle Corona-Pandemie ist die Wichtigkeit des Pflegeberufes noch mehr in den Fokus gerückt. Lesen Sie, warum der Pflegeberuf einer der wichtigsten Berufe von morgen ist und wie man ihn ergreifen kann. 

Inhalt

  1. Was ist eine Pflegekraft und was macht sie? 
  2. Wie kann ich Pflegekraft werden? 
    1. Pflegekraft werden durch Ausbildung 
    2. Mit einem Studium in den Pflegeberuf 
    3. Pflegekraft werden durch Umschulung
  3. Warum ist der Pflegeberuf einer der wichtigsten Berufe von morgen?

Was ist eine Pflegekraft und was macht sie?    

Die Berufsgruppe Pflege teilte sich bis vor Kurzem in Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege und Kinderkrankenpflege auf. Dank des neuen Pflegeberufegesetzes wurden diese Pflegeberufe zusammengelegt. So macht man nun eine Ausbildung, in der alle Fachrichtungen gelehrt werden und kann danach sowohl in Krankenhäusern und Behandlungszentren als auch in Altenheimen und Geriatrischen Einrichtungen arbeiten. Wer sich während der Ausbildung zum Pflegefachmann bzw. zur Pflegefachfrau besonders für z.B. die Kinderkrankenpflege interessiert, kann nach zwei Jahren der Ausbildung diese Fachrichtung im dritten Lehrjahr einschlagen.

Eine Pflegekraft kann als Bindeglied zwischen Patient*innen, Ärzt*innen und Angehörigen angesehen werden. Sie unterstützt Patient*innen in der Bewältigung ihres Alltags. Das kann bedeuten, dass man Kranke und Alte beim Essen oder in der Hygiene unterstützt. Pflegefachkräfte sind z.B. auch nach ärztlicher Anweisung für die Versorgung von Wunden zuständig und legen Verbände oder Schienen an den Patient*innen an. Auch Infusionen, Inhalationen oder Bestrahlungen gehören zum Aufgabegebiet. Darüber hinaus beobachten und dokumentieren Pflegekräfte die Werte der Patient*innen, die für die weitere Behandlung wichtig sind.

Was genau der Beruf Pflegefachfrau bzw. Pflegefachmann beinhaltet, lesen Sie hier.

Wie kann ich Pflegekraft werden?

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, einen Beruf in der Pflege zu erlangen. Der meistgenutzte Weg ist wahrscheinlich die staatlich anerkannte Ausbildung zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann.

Pflegekraft werden durch Ausbildung

Foto: Rodnae / Pexels

Die Ausbildung zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann ist ein neuer Ausbildungsberuf, der durch das Pflegeberufegesetz und die Pflegereform seit Januar 2020 angeboten wird. Der neue Ausbildungsberuf bündelt die Ausbildungen zum Gesundheits- und Krankenpfleger, zum Altenpfleger und zum Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger.

Die Ausbildung zum Pflegefachkraft dauert drei Jahre und ist offiziell eine schulische Ausbildung. Die Ausbildung erfüllt aber alle Voraussetzungen für eine duale Ausbildung, da sich Theorie in der Schule mit praktischen Einsätzen in Einrichtungen abwechseln.Dank der Bündelung der Pflegeberufe werden nun alle Pflege-Azubis vergütet. Bereits im ersten Jahr der Ausbildung erhalten angehenden Pflegefachfrauen – und männer bis zu 1100 Euro brutto im Monat.

Träger der Ausbildung können Krankenhäuser, Altenheime, Kliniken, Reha-Zentren oder andere medizinische und soziale Einrichtungen sein. Für einen Ausbildungsplatz kann man sich entweder beim Betrieb oder bei der Schule bewerben.

Mit einem Studium in den Pflegeberuf

Mit der Pflegereform und dem neuen Pflegeberufegesetz wurde das Pflegestudium neu eingeführt. Nach Abschluss eines Vollzeitstudiums oder eines Dualen Studiums erhält man eine Berufszulassung und einen akademischen Grad (Bachelor bzw. Master of Science) sowie die Berufsbezeichnung Pflegefachfrau oder Pflegefachmann.
Pflege kann man an Universitäten, Fachhochschulen oder privaten Institutionen studieren. Dabei bietet das Studium an einer Fachhochschule einen größeren Praxisbezug. An einer Universität wird ebenfalls Praxis vermittelt, aber auch viel Wert auf Theorie gelegt. Typische Pflegestudiengänge an Universitäten sind z.B. Pflegewissenschaften, Pflegepädagogik oder Gerontologie.

Das Pflegestudium wurde eingeführt, weil die Ansprüche und Aufgabenfelder des Pflegeberufes immer vielfältiger und komplexer wurden. Zudem soll das Studium den Pflegeberuf auch für Abiturient*innen oder andere Studieninteressierte attraktiver machen. Das Pflegestudium wird und soll die Ausbildung nicht ersetzen, sondern ergänzen.

Mehr Informationen zum Thema Pflegestudium und welche Hochschulen diese Fachrichtung anbieten, finden Sie hier.

Pflegekraft werden durch Umschulung

Eine Umschulung zum Pflegefachmann bzw. zur Pflegefachfrau ist möglich und entspricht im Grunde der regulären Ausbildung. Die Umschulung schließt man nach drei Jahren ab. Mit einer entsprechenden medizinischen Vorbildung kann die Umschulungszeit auf zwei Jahre verkürzt werden. Die Umschulung besteht, wie die Ausbildung, aus einem schulischen und einem betrieblichen Teil. 

Wie bei der regulären Ausbildung, schließen Sie den Ausbildungsvertrag mit einem Betrieb ab. Das können z.B. Krankenhäuser, Altenheime oder auch ambulanten Pflegedienste sein. Die Schule muss allerdings zur Förderung der Umschulung offiziell zugelassen sein.  

Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Umschulung zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann auch finanziell von der Agentur für Arbeit unterstützt werden. Für die gesamte Dauer der Ausbildung können z.B. die Lehrgangsgebühren übernommen werden.

Eine persönliche und genaue Auskunft über eine Umschulung zur Pflegekraft kann die Agentur für Arbeit geben.

Warum ist der Pflegeberuf einer der wichtigsten Berufe von morgen?

Wahrscheinlich wird jede*r von uns irgendwann mal auf medizinische Hilfe und auf die Hilfe von Pflegefachmännern und Pflegefachfrauen angewiesen sein. Durch Unfälle, Krankheiten, Geburt oder Alter kommen wir alle irgendwann an den Punkt, an dem wir über Pflegekräfte einfach froh sind. Da das Leben nun einmal seinen Lauf nimmt und alle Menschen irgendwann alt oder krank werden, wird der Pflegeberuf auch in Zukunft sehr gefragt sein. Darüber hinaus verstärkt der demografische Wandel, also das Älterwerden unserer Gesellschaft, den großen Bedarf an Pflegekräften.

Auch wenn sich in der Medizin und Versorgung viel tut und immer mehr neue Technologien zum Einsatz kommen, kann der Pflegeberuf nicht ersetzt werden. Pflegekräfte leisten nämlich viel mehr als die medizinische Versorgung. Sie haben ein offenes Ohr für ihre Patient*innen und kümmern sich mit Respekt und Führsorge um sie, damit es ihnen bald besser geht.

 Lesen Sie hier mehr zum Thema “Die wichtigsten Berufe von morgen”.

Autorin: Angela Galliard
© Weiterbildung Hamburg e. V.

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