Weiterbildung als Angestellte*r: Intern aufsteigen

Sie mögen das Unternehmen, in dem Sie arbeiten, möchten aber Ihren Aufgabenbereich erweitern und mehr Verantwortung übernehmen? Mit einer entsprechenden Weiterbildung, wie z.B. einem Bildungsurlaub oder einem Führungsseminar, steht Ihrem internen Aufstieg im Unternehmen nichts mehr im Weg.  

Inhalt

  1. Darum lohnt sich eine Weiterbildung als Angestellte*r 
  2. Möglichkeiten zur Weiterbildung als Angestellte*r 
    1. Interne Weiterbildungsangebote nutzen 
    2. Weiterkommen mit einem Bildungsurlaub 
      1. Der Weg in den Bildungsurlaub – so geht’s 
    3. Selbstfinanzierte Weiterbildung 
  3. So finden Sie die passende Weiterbildung

Darum lohnt sich eine Weiterbildung als Angestellte*r

Als Beschäftigte*r in einem gut laufenden Unternehmen mit einem unbefristeten Vertrag und guter Bezahlung sehen Sie vielleicht nicht unbedingt die Notwendigkeit, eine Weiterbildung zu machen. Doch sich selbst und seine Fähigkeit stets zu fördern und auszubauen ist das, was viele Arbeitgeber*innen an Ihren Angestellten am meisten schätzen. Die Teilnahme an einer Weiterbildungsmaßnahme zeigt Engagement, Interesse und zukunftsorientiertes Handeln. Kurzum: Mit einer Weiterbildung steht einer Beförderung nichts mehr im Weg.  

Neben der klassischen Beförderung können Sie mit einer Weiterbildung aber auch die Fühler in andere Themengebiete ausstrecken. Vielleicht hat das Unternehmen, für welches Sie arbeiten, eine Abteilung, die Sie schon immer fasziniert hat und über die Sie gerne mehr erfahren möchten. Ein Wechsel in diese Abteilung kann nach einer entsprechenden Weiterbildung möglich sein.  

Möglichkeiten zur Weiterbildung als Angestellte*r

Eine Weiterbildung als Beschäftigte*r eines Unternehmens kann auf verschiedene Art und Weise stattfinden. Wichtig ist, dass Sie Ihre*n Arbeitgeber*in auf Ihr Interesse an einer Weiterbildung aufmerksam machen. Viele Unternehmen schätzen diese Eigeninitiative und finanzieren die Weiterbildung für ihre Belegschaft.  

Interne Weiterbildungsangebote nutzen

Die meisten größeren Unternehmen und Konzerne bieten ihrer Belegschaft ein breites Angebot an internen Weiterbildungsmöglichkeiten an. Denn gut ausgebildete Arbeitnehmer*innen machen einen besseren Job. Darüber hinaus sind Beschäftigte, die regelmäßig an Weiterbildungen teilnehmen und Neues lernen, motivierter und bleiben dem Unternehmen länger erhalten. Für beide Seiten sind interne Weiterbildungsmöglichkeiten also ein Gewinn. Interne Angebote können z.B. Kurse über neue Computerprogramme, aber auch Führungskräfteseminare oder Work-Life-Balance-Kurse sein. Alles, was Beschäftigten auf irgendeine Weise zugutekommt und damit dem reibungslosen Arbeitsalltag dient, kann angeboten werden. Sprechen Sie Ihre*n Vorgesetze*n, Ihre Personalabteilung oder den Betriebsrat an, um sich nach internen Weiterbildungsmöglichkeiten zu erkundigen. Interne Weiterbildungsangebote werden meistens zu 100% vom Unternehmen bezahlt.

Wenn Ihr Unternehmen keine internen Weiterbildungsmöglichkeiten anbietet, ist es aber vielleicht bereit, Ihr Vorhaben einer externen Weiterbildung finanziell zu unterstützen und Sie für die Kurszeiten freizustellen: Erzählen Sie Ihrem*r Vorgesetzten von der Maßnahme, die Ihnen vorschwebt und warum es nicht nur für Sie persönlich, sondern auch für das Unternehmen hilfreich ist, wenn Sie an dieser Weiterbildung teilnehmen. So kann in vielen Fällen eine Kofinanzierung oder sogar eine Übernahme der gesamten Kosten durch den*die Arbeitgeber*in ausgehandelt werden.

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Weiterkommen mit einem Bildungsurlaub

Grundsätzlich haben Arbeitnehmer*innen keinen gesetzlichen Anspruch auf finanzierte oder interne Weiterbildungsmaßnahmen. Gerade kleinere Unternehmen haben oft keine internen Weiterbildungsangebote. Es gibt allerdings die Möglichkeit, Bildungsurlaub zu beantragen, dem der*die Arbeitgeber*in zustimmen muss. Meist umfasst ein Bildungsurlaub eine Woche bzw. 5 Tage und fällt unter den Begriff Sonderurlaub. Der Bildungsurlaub ist also keine erweiterte Freizeitgestaltung, sondern muss dem Zweck der beruflichen oder privaten Weiterbildung dienen.

Der Weg in den Bildungsurlaub – so geht’s

Jedes Bundesland in Deutschland hat unterschiedliche Auflagen bezüglich des Bildungsurlaubs. So unterscheiden sich Bildungsurlaube in den Bundesländern z.B. in Länge oder der Finanzierung. Für alle Interessierten in Hamburg gilt Folgendes:  

Arbeitnehmer*innen und Auszubildende, die regelmäßig an fünf Tagen in der Woche arbeiten, haben innerhalb von zwei Jahren ein Recht auf zehn Tage Bildungsurlaub für eine anerkannte Weiterbildung.  

Der*die Arbeitgeber*in stellt Sie von der Arbeit frei und zahlt Ihr übliches Arbeitsentgelt. Die Kursgebühren müssen selbst getragen werden. Ihr Zeitanspruch ist abhängig von dem Start Ihres Arbeitsverhältnisses. 

  1. Unter www.bildungsurlaub-hamburg.de finden Sie alle anerkannten Angebote für einen Bildungsurlaub. Suchen Sie sich hier einen geeigneten Kurs aus. Sie können auch andere Kursdatenbanken wie das Kursportal WISY nutzen und nach der Förderungsart Bildungsurlaub filtern.
  1. Sprechen Sie Ihre*n Arbeitgeber*in auf den Bildungsurlaub an und stimmen Sie den Zeitpunkt für die Weiterbildung gemeinsam ab. Betriebsbedingte Arbeitsengpässe müssen berücksichtigt werden. 
  1. Danach melden Sie sich direkt beim Kursveranstalter an. Ihre Anmeldungsbestätigung reichen Sie mindestens sechs Wochen vor Beginn bei Ihrer*m Arbeitgeber*in ein. 
  1. Hat Ihr*e Arbeitgeber*in Ihrem Bildungsurlaub zugestimmt, können Sie teilnehmen.  
  1. Die Teilnahmebescheinigung des Veranstalters geben Sie bei Ihrer*m Arbeitgeber*in ab. 

Selbstfinanzierte Weiterbildung

Bietet das Unternehmen, in dem Sie arbeiten, keine internen Weiterbildungsangebote oder Kostenübernahme an und kommt auch ein Bildungsurlaub für Sie nicht in Frage, können Sie eine selbstfinanzierte Weiterbildung anstreben, die außerhalb Ihrer regulären Arbeitszeiten stattfindet. Die Kosten des Kurses tragen Sie in diesem Fall selbst. Weiterbildungs-Interessierte können aber unter bestimmten Bedingungen staatliche Zuschüsse beantragen. Informieren Sie sich z.B. über die Bildungsprämie und den Hamburger Weiterbildungsbonus. Darüberhinaus können Sie Kosten für berufliche Weiterbildung als Werbungskosten von der Steuer absetzen. Weitere Finanzierungsmöglichkeiten finden Sie in unserem Infobereich.

So finden Sie die passende Weiterbildung

Egal ob Sie einen Bildungsurlaub oder eine andere Form der Weiterbildung nutzen möchten – das Angebot an Kursen allein in Hamburg ist sehr groß. Einen Überblick verschaffen können Sie sich auf verschiedenen Kursportalen. Wenn Sie unschlüssig sind und Unterstützung benötigen, vereinbaren Sie ein Gespräch mit einer Beratungsstelle. Achten Sie bei der Auswahl des richtigen Angebots darauf, dass der Anbieter ein Qualitätsmanagementsystem und eine Zertifizierung oder ein Prüfsiegel vorweisen kann, um sicherzugehen, dass Sie eine zeitgemäße und qualitativ hochwertige Leistung bekommen. Prüfen bzw. erfragen Sie, wie die Weiterbildung aufgebaut ist, welche Unterrichtsformen und Materialien genutzt werden und ob diese Bestandteile Ihren Vorstellungen entsprechen. Genauere Infos dazu, auf welche Dinge Sie achten sollten, lesen Sie in unserem nächsten Blogpost!

Weiterbildung und Fortbildung - wo liegt der Unterschied?

Es ist wichtig, zwischen Weiterbildung und Fortbildung zu unterscheiden. Eine Weiterbildung wird als eine Erweiterung der bereits vorhandenen Qualifikationen gesehen. Diese müssen aber nicht zwangsläufig mit der Arbeitsstelle in Zusammenhang stehen. Die Weiterbildung kann zum Beispiel ein Kurs über "Sprechen vor Publikum” oder auch ein Fernstudium sein. Weiterbildungen sind also nicht zwingend notwendig, aber sehr sinnvoll und erfolgen auf Eigeninitiative. Die Kosten hierfür können, müssen aber nicht vom Arbeitgeber*in getragen werden. 

Die Fortbildung hingegen stellt eine konkrete Weiterqualifizierung dar, die sich auf Ihren derzeit ausgeübten Job bezieht. Fortbildungen finden häufig im Handwerk statt und sind oft Pflichtveranstaltungen. Die entstehenden Kosten für eine Fortbildung trägt Ihr*e Arbeitgeber*in. 

Autorin: Angela Galliard
© Weiterbildung Hamburg e. V.

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