Weiterbildung im Ruhestand – Man lernt nie aus

Etwas Neues zu lernen oder etwas bereits Bekanntes zu vertiefen macht vielen Menschen Freude und gibt Ihnen Sinn und Rhythmus im Alltag. Das lebenslange Lernen – wie es so schön heißt – ist daher sehr wertvoll. Und ganz nebenbei kommt man in Kursen, Seminaren, Workshops und Vorlesungen stets in Kontakt mit anderen Menschen. Wir verraten, wie Menschen im Ruhestand die Chance auf Bildung und Weiterbildung nutzen können und warum Weiterbildung im Alter unheimlich viel Spaß machen kann.

Inhalt

  1. Warum der Ruhestand die richtige Zeit für Weiterbildung ist
  2. Weiterbildung im Ruhestand – Das Kontaktstudium
  3. Weiterbildung im Alter – Die Volkshochschule und andere Weiterbildungsträger
  4. Bildung mit Freunden – Lese- und Diskussionskreise
  5. Man lernt nie aus – Austausch mit Jüngeren
  6. Nützliche Links

Warum der Ruhestand die richtige Zeit für Weiterbildung ist

Ein großer Vorteil, der mit Weiterbildungen im Ruhestand mitschwingt, ist die vollkommene Unabhängigkeit. Sie können sich ein Thema oder eine Fachrichtung ganz nach Belieben aussuchen, ohne darauf achten zu müssen, ob sich die Weiterbildung im Lebenslauf gut macht oder ob Sie dadurch Ihre Chancen auf eine Beförderung oder Gehaltserhöhung vergrößern. Wenn Sie einen Kurs zum Thema “Socken stricken für den Hund” machen möchten, können Sie das ohne Weiteres tun. Ohne den ständigen Blick auf den Lebenslauf und die damit verbundenen Verpflichtungen machen Weiterbildungen im Ruhestand auch einfach viel mehr Spaß.

Wenn Sie sich für Gruppen-Seminare entscheiden, kommen Sie automatisch in Kontakt mit anderen Menschen, die Ihre Interessen teilen. Das kann für viele Menschen im Ruhestand der ausschlaggebende Punkt sein, um wieder die Schulbank zu drücken. Besonders das Kontaktstudium an Universitäten bietet viele Möglichkeiten für neue Kontakte – auch mit der jüngeren Generation.

Weiterbildung im Ruhestand kann für viele Menschen auch die Chance auf Regelmäßigkeit und einen geordneten Tagesablauf sein. Viele frische Ruheständler*innen tun sich am Anfang schwer, die neu gewonnene Zeit zu genießen. Ein Kurs, der Ihr Hobby vertieft oder Ihr eingerostetes Französisch wieder auffrischt, kann dann viel Energie und Freude in den Alltag bringen.

Weiterbildung im Ruhestand – Das Kontaktstudium

An der Universität Hamburg (und anderen Universitäten) können Menschen im Ruhestand an einem Kontaktstudium teilnehmen. Hierbei eröffnet sich die Möglichkeit, Neues zu lernen und Kontakte zur eigenen Generation, aber vor allem auch zur jüngeren Generation, zu knüpfen. Neben den fachlichen Inhalten lernen Sie, mit welchen Themen sich junge Menschen beschäftigen und warum sie ihnen so wichtig sind. Darüber hinaus lernt die jüngere Generation von Ihnen und Ihren Erfahrungen.

An der Universität Hamburg können Sie im Rahmen eines Kontaktstudiums an vier oder mehr Vorlesungen pro Woche teilnehmen und sich so zu Themen wie “Rassismus in zeitgenössischer Kunst” oder “Riffstrukturen in der Erdgeschichte” weiterbilden. Das tolle: Die Vorlesungen finden sowohl zusammen mit den jungen Studierenden statt als auch als Zusatzkurse speziell für Kontaktstudierende. Weitere Infos erhalten Sie beim Zentrum für Weiterbildung der Universität Hamburg oder unter: www.zfw.uni-hamburg.de/kontaktstudium

Weiterbildung im Alter – Die Volkshochschule und andere Weiterbildungsträger

Bei den Volkshochschulen und bei privaten und politischen Bildungsträgern können Sie kostengünstige Kurse aus allen Interessensgebieten belegen: Von Sprach- oder Computerkursen ⁠bis hin zu Yoga und Kunst – es gibt für fast alle Themen und Interessen Kurse, die meistens in kleinen Gruppen stattfinden und so viel Wissen vermitteln. Speziell für Menschen der älteren Generation werden auch Handykurse oder Internet-Workshops gegeben.

Alle Kurse der Volkshochschule Hamburg finden Sie unter www.vhs-hamburg.de. Die Anmeldung für Kurse kann online ganz einfach ausgefüllt werden. Einen guten Überblick über alle anderen Weiterbildungsträger finden Sie auf verschiedenen Kursportalen, zum Beispiel bei WISY. Angebote speziell für Senior*innen finden Sie hier.

Bild: Marcus Aurelius / Pexels

Bildung mit Freund*innen – Lese- und Diskussionskreise

Eine der unkompliziertesten Formen der Weiterbildung ist das Lesen. Das erlangte Wissen kann wunderbar bei Diskussionen im Rahmen von Lesekreisen, Buchclubs oder Themenabenden vertieft und gefestigt werden. In Hamburg gibt es viele Lesekreise, die sich regelmäßig treffen, um Gelesenes zu besprechen. Noch einfacher ist es, mit Freund*innen einen Lesezirkel oder einen Filmclub zu gründen. Der Austausch mit anderen eröffnet neue Perspektiven und Diskussionsansätze. Informationen zu Lesekreisen gibt es z.B. auf www.mein-literaturkreis.de. Darüber hinaus finden in Hamburg regelmäßig Lesungen mit anschließenden Podiumsrunden oder auch Publikums-Diskussionen statt. Das Literaturhaus Hamburg bietet ein vielfältiges Programm für Literatur- und Kulturinteressierte.

Man lernt nie aus – Austausch mit Jüngeren

Idee für das nächste Familientreffen: Fragen Sie Ihre Kinder, Enkel*innen oder jüngeren Bekannten doch einmal, womit sie momentan gerne ihre Zeit verbringen, was sie interessant finden oder lassen Sie sich die neueste App fürs Smartphone erklären. So verlieren Sie nicht den Anschluss und lernen etwas dazu. ⁠Jüngere Nachbar*innen sind ebenfalls gute Ansprechpartner*innen, um regelmäßig ins Gespräch zu kommen und um voneinander zu lernen. Es ist zwar leichter gesagt als getan, aber sprechen Sie junge Menschen einfach an. Sie werden staunen, wie groß das Interesse an gegenseitigem Austausch ist.

Es gibt jede Menge Gründe, warum es Spaß macht und sinnvoll sein kann, als älterer Mensch seine Zeit für Bildung zu nutzen.

Wer mehr über das Thema “Bildung im Alter” erfahren möchte, findet mehr Infos unter folgenden Links:

  • Die BAGSO (Bundesarbeitsgemeinschaft der ­Seniorenorganisationen e.V.) wird vom Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt. Der Verein bietet viele Informationen rund um die Themen “älter werden”, “Pflege” und “Bildung”. Die BAGSO finden Sie unter www.bagso.de.
  • Die Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros wird ebenfalls vom Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt. Die Seniorenbüros sind deutschlandweit in allen Bundesländern vertreten und bieten neben Beratung auch Veranstaltungen an. Die Seniorenbüros finden Sie unter www.seniorenbueros.org.
  • Das Portal wissensdurstig.de wird von der BAGSO sowie dem Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt. Hier finden Sie einen Überblick über die Möglichkeiten der Bildung und Weiterbildung im Alter.  Darüber hinaus werden Veranstaltungen für ältere Generationen organisiert.

Text: Angela Galliard
© Weiterbildung Hamburg e. V.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.